Umtriebszeiten : Forsteinrichtungskarten und die Umwandlung von Wäldern im 19. Jahrhundert
Ein Großteil der Wälder weltweit besteht heute aus Monokulturen. Wie groß war der Einfluss der Forstwissenschaft und ihrer Kartierungsverfahren bei der Umwandlung von Mischwäldern in Monokulturen? Im 19. Jahrhundert gründeten sich europaweit Forstakademien, an denen die nachhaltige Verwaltung von Wäldern als Holzressourcenvorräte standardisiert wurde. Das Buch verfolgt die Technik der Forsttaxation bzw. Forsteinrichtung in ihren Entstehungskontexten seit dem 18. Jahrhundert, in der Lehre und Anwendung, bis in die internationale Zirkulation der Karten und Konfliktkonstellationen hinein. Eine wichtige Kategorie für die Kartierungsverfahren war das Konzept der Umtriebszeit: die Lebensdauer eines Baumbestandes von der Aussaat oder Anpflanzung bis zur Abholzung. Nur so viele Bäume zu fällen, wie gleichzeitig neu heranwachsen können, war eine Prämisse der nachhaltigen Forstwirtschaft. Das auf den Forsteinrichtungskarten visualisierte Kreislaufprinzip aus Fällungen und Neuanpflanzung ist dabei auch im Hinblick auf aktuelle klimapolitische Fragestellungen aufschlussreich. Die Frage, inwiefern die Forsttaxationskarten Monokulturen als etwas Erstrebenswertes vor Augen führten, bildet den Ausgangspunkt dieser Studie, die Perspektiven der Medienkulturwissenschaft, der Umwelt- und Wissenschaftsgeschichte miteinander verbindet.
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